Am Morgen des 18. Brumaire kommt der Polizeiminister nur sehr schwer aus dem Bett. Erst zwei aufgeregte Boten des Direktoriums gelingt es ihn zu wecken. Er tut überrascht, als man ihn über sich zusammenziehende Truppen und sonderbare Vorgänge im Senat informiert.
Währenddessen hatte Napoleon führende Offiziere zu sich eingeladen und jedem seine Absicht erklärt. Der wichtigste von ihnen war General Lefébvre, der Militärgouverneur von Paris. Napoleon reichte ihm seinen Degen als Zeichen der Anerkennung und nach wenigen Minuten hatte er Lefébvre auf seiner Seite.
Cornet, ein Verbündeter, warnte den Rat der Alten vor einer drohenden royalistischen Verschwörung und riet dazu eine dringende Sitzung im sicheren Schluss Saint-Cloud abzuhalten. Gleichzeitig sollte Napoleon zum Kommandanten von Paris ernannt werden um die Sicherheit der Räte zu gewährleisten. Der Rat der Alten willigte ein und um zehn Uhr leistete Napoleon in den Tuilerien seinen Treueid. 300 Soldaten wurden sofort zu den Direktoren geschickt. Gohier und Moulins traten zurück, doch Barras konnte erst durch Talleyrand und eine halbe Millionen Franc dazu bewegt werden.
Der erste Teil des Plans war aufgegangen, das Direktorium war ausgeschaltet. Jetzt machte sich Napoleon auf den Weg zum Schloss. Kaum haben die Verschwörer mit ihren Truppen die Stadt verlassen, riegelte der Polizeiminister zur "Sicherheit" die Hauptstadt ab. Nur noch Fouchés Boten durften ungehindert passieren, jede Nachricht aus Saint-Cloud ging über seinen Schreibtisch.
Der Rat der Alten tagte in der Galerie d'Apollon und wurde über Rücktritt der Direktoren informiert. Widererwarten beschlossen diese jedoch, ein neues Direktorium zu wählen, statt einen Ausschuss mit der Ausarbeitung einer neuen Verfassung zu beauftragen.
Napoleon wollte jetzt persönlich den Rat umstimmen und gemeinsam mit Berthier und Bourriene betrat er die Sitzung und ergriff das Wort. Doch er versagte dabei auf ganzer Linie. Ohne Vorbereitung und Konzept warf er pathetische Phrasen in den Raum und nach wenigen Minuten hatte er den Rat der Alten gegen sich aufgebracht. Auf Bourriennes Rat hin verließ Napoleon die Sitzung.
Napoleon beschloss den Rat der Fünfhundert persönlich aufzusuchen. Dieser tagte in der Orangerie des Schlosses. Kaum hatte er die Orangerie betreten, schon stürmten die Abgeordneten wütend auf ihn zu. Der Jakobiner Bigonnet packte ihn wütend am Arm und versuchte ihn aus der Sitzung zu drängen. Immer mehr Abgeordnete erhoben sich von ihren Sitzen und gingen gegen Napoleon vor. Sein Bruder Lucien, der als Vorsitzender der Versammlung vorsaß, versuchte die Abgeordneten vergeblich zu beruhigen. Die Abgeordneten dachten nicht daran und forderten die Ächtung des Diktators. Lucien drohte sein Amt niederzulegen und konnte so wichtige Minuten gewinnen. Geordnet sollte nun über die Ächtung, und damit das Todesurteil Napoleons, abgestimmt werden. Lucien teilte Napoleon mit, dass dieser nur noch zehn Minuten hätte um die Situation zu retten.
Napoleon verließ den Saal, ging zu den Soldaten. Er schickte eine Eskorte in die Orangerie um seinen Bruder aus der Versammlung zu holen. Vor den Soldaten hielt er eine Rede und warb um ihr Vertrauen. Erst Lucien brachte den entscheidenden Vorteil. Er, der Vorsitzende des Rates der Fünfhundert, zog seinen Degen und hielt ihn an die Brust seines Bruders. Er versicherte seinen Bruder zu durchbohren, falls dieser die Freiheit der Franzosen unterdrücken sollte.
Von dieser Geste überwältigt stellten sich die Soldaten hinter Napoleon. Leclerc und Murat wurden beauftragt die Orangerie zu räumen. Die Abgeordneten skandierten für die Republik sterben zu wollen und flüchteten gleichzeitig durch die Fenster in die Wälder.
Bis zum Abend gelang es etwa 80 Abgeordnete zu versammeln und diese erklärten das Direktorium für beendet. Wie geplant ernannten sie einen Ausschuss. Napoléon Bonaparte, Emmanuel Joseph Sieyès und Roger Ducos wurden vorläufig zu Konsuln ernannt und einen Monat später durch die neue Verfassung bestätigt. Napoleon war als Erster Konsul der mächtigste Mann Frankreichs geworden.
Der Polizeiminister informierte am nächsten Tag die Bürger von Paris über die Rettung der Republik und das Ende des Direktoriums. Sicher hatte sich Fouché auch für den Fall des Misserfolgs vorbereitet. Ein paar Wochen später wird die Komödie "Die Wetterfahne von Saint-Cloud" uraufgeführt und darin die Rolle des Polizeiministers Fouché vortrefflich parodiert.






