René Joseph de La Noüe

René Joseph de La Noüe wurde am 7. September 1731 im Château de Nazelles in La Roche-Clermault geboren und starb am 18. November 1820 in Paris. Er diente als französischer Offizier und stieg während der Französischen Revolution bis in den Rang eines General de division auf. Seine berufliche Lebensbahn war primär durch den militärischen Dienst in der königlichen Armee des Ancien Régime und den anschließenden Dienst für die Erste Französische Republik geprägt.

Als Angehöriger des niederen französischen Landadels wuchs René Joseph de La Noüe im traditionell aristokratischen Umfeld auf. Dem Standesideal folgend schlug er sehr früh eine Offizierslaufbahn ein und trat bereits im Alter von zwölf Jahren in das königliche Heer ein. Seine militärische Ausbildung fand in der Praxis der regimentsgebundenen Ausbildung statt, in der er taktische Führung, Disziplin und Truppenorganisation von Grund auf erlernte.

Seine Lebenszeit war von extremen politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen geprägt. Nachdem er den Siebenjährigen Krieg im Dienst der Bourbonen-Monarchie erlebt hatte, geriet er in der Spätphase seiner Karriere mitten in die Wirren der Französischen Revolution. Diese Epoche zeichnete sich durch tiefes Misstrauen der revolutionären Führung gegenüber den alten adligen Offizieren aus sowie durch die ersten Koalitionskriege, in denen das revolutionäre Frankreich von mehreren europäischen Großmächten gleichzeitig angegriffen wurde.

Im Zuge der Umgestaltung der Streitkräfte stieg La Noüe nach Ausbruch der Revolutionskriege rasch auf und erhielt wichtige Befehle. Im Jahr 1792 kommandierte er strategisch bedeutende Feldlager wie Maulde und Maubeuge und übernahm Führungspositionen in der Nordarmee sowie der Ardennen-Armee. Zu seinen prägendsten militärischen Entscheidungen zählte der Versuch, die französische Grenze im Norden gegen den Vormarsch der österreichischen Truppen zu sichern. Anfang März 1793 unterlag er in der Schlacht bei Aldenhoven gegen eine zahlenmäßig überlegene gegnerische Streitmacht, da seine eigenen Verbände über eine zu weitgezogene Verteidigungslinie verteilt waren. Dieser Rückschlag führte zu seiner vorübergehenden Festnahme durch die revolutionären Behörden. Nach seiner Freilassung und dem schrittweisen Rückzug aus dem aktiven Dienst trat er 1794 in den Ruhestand.

Zu Lebzeiten stand La Noüe unter dem dauerhaften Verdacht der Revolutionsführung, die in adligen Kommandanten wie ihm potenzielle Verräter sah. Militärhistorisch wird ihm die Niederlage bei Aldenhoven als taktisches Versäumnis bei der Truppenkonzentration angerechnet. Dennoch erkannte die spätere Geschichtsschreibung seine Verdienste bei der Organisation der frühen Revolutionsarmeen an. Als bleibende Ehrung für seine militärischen Leistungen unter dem Banner Frankreichs wurde sein Name auf der Nordseite des Pariser Triumphbogens eingraviert.

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